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erlesener Saft: Wein

Wein: “erlesener Saft”

Wein in Deutschland und Franken.
Die Weinrebe ist eine Schlingpflanze, die wild in lichten Wäldern wächst, und sich dabei an den Bäumen hochrankt. Sie kann bis zu 300 Jahre alt werden. Die Rebe gehört zu den ältesten Laubgewächsen überhaupt. Pflanzenreste von Reben sind aus der Kreidezeit (vor 140-70 Mio. Jahren) bekannt. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf die gemäßigten Breiten unserer Erde, das heißt auf der Nordhalbkugel im Wesentlichen zwischen dem 30. und dem 50. Breitengrad, auf der Südhalbkugel zwischen dem 30. und dem 40. Breitengrad. Die Völker im Zweistromland, die Sumerer, Babylonier und Assyrer hatten bereits einen gut organisierten Weinbau um 3000 v. Chr. In Europa übernahmen die Römer die Weinkultur über die Etrusker von den Griechen, und brachten auch den Germanen den Rebstock. An der Mosel fanden die Römer bereits gallischen Weinbau vor und entwickelten ihn weiter zu außerordentlicher Höhe. Sie verbreiteten den Weinbau während ihrer mehrhundertjährigen Herrschaft vom Bodenseegebiet aus und verwandelten weite Gebiete Südwest-Deutschlands in blühendes Weinland. Als die Herrschaft Roms am Rhein zusammenbrach, drohte die Vernichtung der Weinkultur, wegen des Abbruchs der Tradition und der Zerstörung der geistigen Grundlagen. Erst nach der Gründung von Klöstern ab den 7. Jhdt. wurden römische Autoren wie Columnella, Plinius und Varro wieder gelesen, und die Klöster entwickelten sich, gefördert von Fürsten und Herrschern zu Pflanzstätten der Kultur. Mit der Christianisierung der Gebiete jenseits der Elbe wanderte der Weinbau sogar bis Pommern und Ostpreußen. Er erreichte um 1500 seine größte Ausdehnung.
In Deutschland unterscheidet man folgende Anbaugebiete für Qualitätsweine: Ahr, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Nahe, Rheingau, Rheinhessen, Rheinpfalz, Mosel-Saar-Ruwer, Franken, Württemberg, Baden, Elbtal und Saale-Unstrut. Diese bestimmten Anbaugebiete sind nach natürlichen Standortbedingungen, und nicht nach politischen Grenzen eingeteilt.

Es wird am häufigsten der Müller-Thurgau angebaut, gefolgt vom Riesling, dem Silvaner, dem Kerner, der Scheurebe und dem Bacchus. Bei den roten Weintrauben findet man am häufigsten den Spätburgunder, den Portugieser, den Trollinger und den Schwarzriesling . In diesen Anbaugebieten unterscheidet man verschiedene Güteklassen:

1. Deutscher Tafelwein - nur aus geeigneten Rebsorten, von genehmigten Weinbergen, Wein mit mindestens 8,5% Alkohol. Seit 1983 auch Deutscher Landwein
2. Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA) amtliche Prüfung, typischer Geschmack frei von Fehlern, Prüfungsnummer mindestens 63° Öchsle
3. Qualitätswein mit Prädikat Prüfungsnummer vorgeschrieben Kabinett behördliche Lesekontrolle, amtliche Prüfung von Analyse und Geschmack, keine Anreicherung des Mostes mit Zucker, mindestens 73° Öchsle

Spätlese
späte Lese der Weintrauben in vollreifem Zustand, mindestens 85° Öchsle Auslese Auswahl und getrennte Kelterung nur vollreifer Trauben, mindestens 95° Öchsle
Beerenauslese
Auswahl nur edelfauler oder überreifer Beeren, mindestens 125° Öchsle
Trockenbeerenauslese
Auswahl nur eingeschrumpfter, edelfauler Beeren, von höchster Geschmacks-konzentration, mindestens 150° Öchsle
Eiswein
Weintrauben bei Lese und Kelterung zu Eis gefroren, ansonsten wie bei Beerenauslese

Mostgewichte:
Das Mostgewicht kennzeichnet das Gewichtsverhältnis von einem Liter Most zu einem Liter Wasser bei 20 ° C, also die spezifische Dichte des Mostes.
Beträgt das Gewichtsverhältnis beispielsweise 1,076, so handelt es sich um einen Most von 76 Grad Oechsle. Das Mostgewicht resultiert in erster Linie aus dem Zuckergehalt. Vom Mostgewicht lässt sich der theoretisch mögliche Alkoholgehalt ableiten. Da dieser vom Reifegrad der Beeren abhängig ist, ist dies ein brauchbarer Wertmaßstab. Da Klima und Bodenbeschaffenheit die natürlichen Wachstumsbedingungen für die Rebe darstellen und die Rebsorten selbst unterschiedliche Eigenschaften, zum Beispiel unterschiedliche Fähigkeiten zur Zuckerbildung und Reifung aufweisen, ist die Festlegung unterschiedlicher Mindest-mostgewichte nach Region und Rebsorte für die einzelnen Qualitäten logische Folge.
Diese Festsetzung garantiert eine Mindestqualität (Standard). Dabei sind die Winzer bestrebt, ihre Standards deutlich höher zu setzen. Das nächste mal: Weinarten und Herstellung.