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erlesener Saft: Wein (#2)

Wein: “erlesener Saft”

Deutsche Rebsorten

Weißweine:
Riesling ist unbestritten die deutsche Vorzeige-Rebsorte. Rieslingweine zeichnen sich durch feine Rasse, Eleganz sowie ein fruchtiges, an Pfirsich erinnerndes Bukett aus. In großen Jahren können aus der spätreifenden Rebsorte international anerkannte Spitzenweine entstehen. Riesling gehört (neben Müller-Thurgau) zu den wirtschaftlichen Stützen der deutschen Weinwirtschaft. Die Sorte liefert zudem ausgezeichnete Grundweine für die Sektherstellung. Kein Wunder, dass Riesling-Reben in sämtlichen deutschen Anbaugebieten zu finden sind und auf der Skala der Neuanpflanzungen ganz vorne stehen. Die Herkunft der Sorte ist bis heute nicht bewiesen.
Die Müller-Thurgau-Rebe wurde 1882 von Prof. Dr. Müller-Thurgau in Geisenheim gezüchtet. Die Sorte gilt als Kreuzung zwischen Riesling x Gutedel. Der Professor konnte vor über 100 Jahren nicht ahnen, dass sich seine Züchtung einmal zu einer der am häufigsten angebauten Rebsorten Deutschlands mausert. Unbestritten nimmt Müller-Thurgau was den mengenmäßigen Absatz deutscher Weine betrifft den Spitzenplatz ein, zumal die Rebsorte auch als Bestandteil des deutschen Export-Typenweins "Liebfrauenmilch" Verwendung findet. Einige Erzeuger aus deutschen Landen erzielen mittlerweile mit jungen, leichten, frischen, trocken ausgebauten Müller-Thurgau-Weinen unter der Bezeichnung "Rivaner" beachtliche Vermarktungserfolge, insbesondere in der ambitionierten Gastronomie.
Der grüne Silvaner war einmal die wichtigste Rebsorte Deutschlands. Heute geht die mit Silvaner bestockte Rebfläche jedoch leicht zurück, der Anbau von Neuzüchtungen erfolgte im überwiegenden Maß auf seine Kosten. Allerdings kommt es in einigen Gebieten zu einer Renaissance der Rebsorte, da sich ein zunehmender Teil der Erzeuger auf die typischen Rebsorten rückbesinnt. Silvaner-Weine sind im Geschmack weitgehend neutral. Von Gesteins- und Kiesböden können aber auch sehr fruchtige Silvaner gewonnen werden.
Kerner:
Die inzwischen am meisten angebaute Neu-züchtung hat in relativ kurzer Zeit eine enorme Ver-breitung gefunden. Die Hauptgründe liegen in der Frosthärte und in ansprechenden, oftmals Riesling-artigen Weinen sowie mengenmäßig relativ sicheren, üppigen Erträgen bei zufriedenstellenden Most-gewichten. Kerner ist eine Züchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg aus den Sorten Trollinger x Riesling, deren Name auf den württembergischen Dichter Justinus Kerner zurückgeht.
Scheurebe ist eine weitere Züchtung, die sich in vielen deutschen Anbaugebieten durchsetzen konnte. Die Kreuzung der Landesanstalt für Rebenzüchtung Alzey aus den beiden Standardsorten Silvaner x Riesling erhielt ihren Namen von dem Züchter Georg Scheu. Am verbreitetsten ist die Scheurebe in Rheinhessen, in der Pfalz und an der Nahe. Gute Scheurebe-Weine haben eine rassige Säure und ein volles, kräftiges Bukett mit einem an schwarze Johannisbeeren erinnernden Ton.
Bacchus ist eine Züchtung (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau der Bundesforschungsanstalt für Rebenzüchtung in Siebeldingen. Die Sorte liefert relativ hohe Erträge bei vergleichsweise hohen Mostgewichten. Bacchus-Reben findet man hier-zulande hauptsächlich in Rheinhessen, der Pfalz, Franken und an der Nahe. Die meisten der hellgelben Weine sind leicht bis mittelkräftig. Reife Bacchus-Weine können aber auch extraktreich, fruchtig und bukettbetont.
Grauer Burgunder zählt zu den besten Sorten in deutschen Landen. Die Sorte ist eine Mutation des Blauen Spätburgunders und trägt in Deutschland das Synonym Ruländer und zwar deshalb, weil ein Kaufmann namens Ruland aus Speyer um 1711 den Anstoß zu ihrer Verbreitung gab. Heute sind die fri-schen, feinfruchtigen, vorwiegend trocken ausgebau-ten Grauburgunder-Weine in allen Vertriebskanälen im mittleren bis gehobenen Preissegment erfolgreich.
Der Weißburgunder ist eine wertvolle, wenn auch (noch) nicht sehr häufig angebaute Sorte. Er entstand durch Mutation aus dem Grauen Burgunder. Die Weine sind im Duft und vom Bukett her eher verhal-ten, Spitzenweine präsentieren sich aber bei gekonn-tem Ausbau auch fein-fruchtig und sehr elegant. Weißburgunder gehört insbesondere im Fachhandel und der gehobenen Gastronomie zu den absoluten Aufsteigern
Faberrebe:
Die frühreifende, hohe Mostgewichte liefernde Züchtung der Landesanstalt für Rebenzüch-tung in Alzey ist eine Kreuzung aus Weißer Burgun-der x Müller-Thurgau. Weine aus der Rebsorte ver-fügen meist über einen höheren Säuregehalt als etwa Weine aus Müller-Thurgau oder Silvaner. Gut gemachte Faberweine sind frisch, fruchtig und elegant.
Morio-Muskat:
Bei der Kreuzung aus Silvaner x Weißer Burgunder sorgten hohe Ernteerträge für sinkende Preise. Hinzu kam eine Verschiebung des breiten Verbrauchergeschmacks weg von den meist lieblichen, sehr blumigen, an Muskat erinnernden Weinen. Logische Konsequenz: seit 1979 hat sich die mit Morio-Muskat bestockte Rebfläche halbiert.
Huxelrebe:
Ebenfalls aus der Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey stammt eine Kreuzung aus Weißer Gutedel x Courtillier musqué: die Huxelrebe. Die Sorte kann bei entsprechendem Anschnitt Rekorderträge bringen. Bei vernünftigem Anbau liefert die Sorte ansprechende, frische Weine (rassig, elegant, charaktervoll, reif) mit einem feinen Muskatton im höheren Prädikatsbereich.
Der Gutedel ist nicht nur eine beliebte Tafeltraube, sondern auch eine Keltertraube, die einen bekömm-lichen wohlschmeckenden Zechwein liefert, der jung getrunken am besten schmeckt. Seine Urheimat liegt vermutlich (wie bei vielen alten Rebsorten) in Kleinasien. Ortega: Die frühreifende Kreuzung aus Müller-Thurgau x Siegerrebe der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Würzburg, liefert selbst in ungünstigen Jahren sehr hohe Mostgewichte. Dafür bauen die Säurewerte in warmen Jahren häufig am Stock schnell ab.
Die Ortega-Weine, die oft Auslese-Niveau erreichen, zeichnen sich durch feine Frucht und ein pfirsichartiges Bukett aus.
Elbling:
Die Weißweinsorte hatte bis ins 19. Jahr-hundert hinein eine weite Verbreitung. Elbling-Weine eignen sich bestens zur Sektherstellung, gewinnen aber auch in der Flaschenwein-vermarktung (meist trocken ausgebaut) zunehmend anBedeutung. Die Bezeichnung "Gewürztraminer" ist ein von der EU zugelassenes Synonym für "Roten Traminer". Der Gewürztraminer gehört in Deutschland zu den quali-tativ hochwertigsten Sorten. Die Weine zeichnen sich durch ein würziges Aroma aus, das ein wenig an den Duft von Rosen erinnert.


Rotweine

Blauer Spätburgunder:
Was der Riesling qualitativ für die Weißweine bedeutet, verkörpert der Blaue Spätburgunder unter den Rotweinen: die Spitze. Die Heimat des Blauen Spätburgunders liegt sicher im Burgund, wo der Anbau der Sorte seit dem 14. Jahr-hundert dokumentiert ist. Den Hauptanteil der Spät-burgunder-Anbaufläche in Deutschland findet man in Baden - und dort hauptsächlich am Kaiserstuhl und in der Ortenau. Die Weine sind vollmundig, samtig, mit einem feinen, an Brombeeren und Bittermandeln erinnernden Aroma, das man auch als Burgunderton bezeichnet.
Blauer Portugieser:
Der Sortenname resultiert aus der ursprünglich vermuteten Herkunft, Portugal. Innerhalb Deutschlands hat die Pfalz den weitaus größten Portugieser-Anteil vorzuweisen. Die Weine werden überwiegend als QbA-Weine ausgebaut und sind meist hellrot in der Farbe. Ein Großteil der jährlichen Produktion kommt als Portugieser Weiß-herbst auf den Markt.
Blauer Trollinger:
Hierzulande war die Rebsorte früher in allen Anbaugebieten als Lieferant von Tafeltrauben vertreten. Heute findet man den Trollinger in Deutschland fast ausschließlich in Württemberg. Aufgrund der deutlichen Säure haben die Weine eine frische, rassige Art. Sie sind als Rotwein meist hellrot. Trollinger-Weine können relativ jung getrunken werden. Schwarzriesling: In offiziellen Rebsortenlisten findet man für diese Rotweinsorte meist die Bezeichnung "Müllerrebe". Die Herkunft geht auf das Burgund zurück, wo diese Rebsorte seit über 400 Jahren bekannt ist.
Auch der Schwarzriesling ist eine Mutation aus dem Spätburgunder, mit dem weißen Riesling hat er nichts zu tun. Die Weine sind den Spätburgunderweinen sehr ähnlich.
Dornfelder:
Die Erfolgsstory der Rebsorte startete in Deutschland mit 124 Hektar bestockter Rebfläche im Jahr 1972. Mittlerweile rangiert Dornfelder in der Liste der am häufigsten angebauten Rotweinsorten mit 3.200 ha auf Platz drei - Tendenz weiter steigend. Dabei ist Dornfelder längst seiner ursprünglichen Rolle als "Deckrotwein" entwachsen und hat sich zu einem eigenständigen, fruchtigen, gehaltvollen Wein entwickelt, der auch als Sekt-Spezialität immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Der Lemberger ist eine württembergische Spezia-lität. Die tiefroten, kräftigen, fruchtigen, gerbstoff-reichen Lemberger-Rotweine verkörpern oft den ganzen Stolz württembergischer Kellermeister. Lemberger findet sich auch in den meisten "Premium-Cuvées", die die württembergischen Weingärtner-genossenschaften in den letzten Jahren auf den Markt brachten.

Weinarten:
Weißwein darf in Deutschland ausschließlich aus Weißweintrauben und Rotwein nur aus Rotwein-trauben hergestellt werden. Es gibt daneben aber einige Abstufungen zwischen Rot und Weiß.
Diese anderen Weinarten beziehen sich auf die Farbe des Weines oder die Art der Produktion:
Weißwein: aus weißen Trauben
Rotwein: aus Rotweintrauben hergestellter Wein, der aus rotgekeltertem Most gewonnen wird. Der Farb-stoff wird durch Maischegärung oder -erhitzung gewonnen.
Roséwein: aus roten Trauben, deren Most sofort von den Beerenhäuten getrennt wurde (deshalb rosé- oder lachsfarben).
Weißherbst: Roséwein, der nur aus einer einzigen Rotweinsorte bestehen darf und ein Qualitätswein b.A. oder Qualitätswein mit Prädikat sein muss.
Rotling: entsteht durch Mischung von Weißwein- und Rotweintrauben oder deren Maische, die gemeinsam abgepresst werden müssen (Farbe wie Weißherbst oder Roséwein, blassrot bis hellrötlich).
Schillerwein ist ein Rotling aus Württemberg, der ein Qualitäts- oder Prädikatswein sein muss.
Badisch Rotgold ist ein Rotling aus Baden, der durch Mischung der Rebsorten Grauburgunder und Spätburgunder entsteht, muss ein Qualitäts- oder Prädikatswein sein.
Perlwein: ist ein Wein mit natürlicher Kohlensäure, die auch zugesetzt werden darf, in der Güteklasse Tafel- oder Qualitätswein.

Geschmacksrichtungen bei Wein und Sekt Man unterscheidet nach dem deutschen Weinrecht vier Geschmacksrichtungen, die den Süßegrad des Weinesausdrücken:

Trocken ist die Bezeichnung für Weine, die fast ganz oder völlig durchgegoren sind, das heißt für Weine mit einem Restzuckergehalt (natürliche Restsüße, die nach der Gärung übriggeblieben ist) bis höchstens 4 Gramm im Liter. Der Gesetzgeber erlaubt einen Restzuckergehalt bis 9 Gramm, wenn der in g/l Weinsäure ausgedrückte Gesamtsäuregehalt höchstens 2 g/l niedriger ist als der Restzuckergehalt (Formel: Säure + 2 bis zur Höchstgrenze 9).

Ein trockener Wein ist nicht gleichbedeutend mit sauer. Er enthält eben nur wenig unvergorenen Zucker. Allerdings schmeckt man bei trockenen Weinen eine höhere Säure eher.

Halbtrockene Weine - dürfen bis 12 Gramm Restzucker je Liter aufweisen, bzw. bis 18g/l, wenn dabei der Restzuckergehalt den Säuregehalt nicht mehr als 10g übersteigt. (Formel: Säure + 10 bis zur Höchstgrenze 18).

Liebliche Weine - weisen einen Restzuckergehalt auf, der die für halbtrocken festgelegten Werte übersteigt, aber höchstens 45 g/l erreicht. Die Angabe süß ist ab 45 g/l zulässig.